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Top of Panama - Vulkan Barù in Boquete

Nachtwanderung zum höchsten Punkt in Panama und Sonnenaufgang auf 3475 Meter


Um 00.15 Uhr geht es los. Meine Wandergruppe mit den beiden Guides Herman und Leo ist top motiviert, den Vulkan Barù zu besteigen und dann auf dem höchsten Punkt von Panama den Sonnenaufgang zu bewundern. Für den 13 km langen Aufstieg mit 1'700 Höhenmetern prognostizieren unsere Führer fünf bis sechs Stunden Wanderzeit. An der Basisstation erhalten wir Proviant in Form von Bananen, Nüssen und Keksen. Haben alle genügend Wasser dabei? Check! Es kann losgehen.


In der Basisstation auf 1'800 Meter startet unsere achtköpfige Wandergruppe unter der Begleitung der beiden Führer.


Die Dunkelheit und das Laufen auf einer Schotterpiste machen den Aufstieg anspruchsvoll. Bereits nach den ersten Kilometern merke ich die Höhe. Mein Kreislauf macht mir zu schaffen. Ich esse eine Banane, danach geht es mir besser. Vielleicht half auch die Tablette gegen Höhenkrankheit von meinem Tropenarzt in der Schweiz. Unsere Guides messen zwischendurch unseren Puls. Da wir sehr viel Wasser mittragen merke ich auch die Kilos auf meinem Rücken. Natürlich nehmen mit jedem Kilometer auch die Temperaturen ab, es wird spürbar kühler.


Trotz aller Strapazen, meine Wandergruppe schlägt sich gut. Dank guter Stimmung und einem wunderschönen Sternenhimmel fühlt sich der strenge Aufstieg viel einfacher an. Ich fühle mich top fit und merke, wie sich meine Kondition bezahlt macht. Mittlerweile haben sich nämlich zwei Gruppen gebildet. Ich befinde mich unter den schnelleren Wandervögeln an der Spitze.


Kurz vor dem Ziel liegt der steilste Teil der Wanderung vor uns. Um dafür nochmals Kräfte zu sammeln machen wir eine Pause von 15 Minuten. Dies gibt auch die Gelegenheit, uns wärmer anzuziehen. Auf dem Gipfel wird es windig sein. Ich ziehe deshalb alles an, was ich im Rucksack habe, inklusive Handschuhe und Kappe.


Um ca. 5.30 Uhr sehe ich den Gipfel und das Leuchten der Stirnlampen einer anderen Gruppe. Puh, nun kann es nicht mehr weit sein.



Um 6.20 Uhr haben wir es endlich geschafft; wir kommen am Gipfel an. Knapp sechs Stunden haben wir benötigt. Ganz auf dem Peak hat es ein Kreuz, von dort soll man die beste Aussicht haben. Der Weg zum Kreuz war noch meine persönliche Challenge. Nicht, dass ich körperlich am Anschlag gewesen wäre, aber da macht sich meine Höhenangst bemerkbar und die ungesicherten Stellen sind angsteinflößend. Ich konnte aber auf Guide Herman zählen, der mit mir Hand in Hand die letzte Passage machte und mir immer wieder sagte, dass ich nicht nach unten schauen soll.


Beim Kreuz angekommen treffen wir auch auf Leute, die nicht hoch gewandert sind. Es gibt nämlich auch die Möglichkeit mit dem 4x4 in zwei Stunden auf den Gipfel gefahren zu werden. Von diesen Geländewagen sind ein paar an uns vorbeigefahren während wir wanderten. Wir fanden das nicht so toll, weil die lauten Geräusche die schöne Stimmung und die Ruhe störten. Ich hielt mich deshalb oben am Gipfel an meine Wanderleute und wir begannen kurz vor Sonnenaufgang erste Bilder voneinander zu schießen.


Die Wanderung war gut getaktet und die Pausen so geplant, dass wir nicht lange in der Kälte auf den Sonnenaufgang warten mussten. Es hat sich bewährt, diese Tour geführt zu machen. Auf eigene Faust hätte ich mich das in der Nacht sowieso nicht getraut.


Ganz schön kühl dort oben; zum Glück habe ich meine Thermowäsche und Schichten an.



Um 6.45 Uhr ist es dann soweit und wir können zur Belohnung unserer Strapazen miterleben, wie die Sonne zwischen dem Pazifik und der Karibik aufgeht - inklusive Aussicht auf Costa Rica 😉😍 an keinem anderen Ort auf der Welt kannst du beide Ozeane gleichzeitig sehen. 




Der Hauptkrater des Vulkans Barù mit dem Pazifik und Costa Rica im Hintergrund


16 km und 1'700 Höhenmeter in 6 Stunden - sehe ich dafür nicht frisch aus?


Oh, da war aber noch was: wir müssen die 13 km wieder runter...

Zu Beginn des Abstieges sind wir noch voller Adrenalin von diesem unbeschreiblichen Erlebnis. Irgendwann macht sich aber der Schlafmangel bemerkbar und im letzten Drittel wird es immer schwieriger, zumal der steinige Weg rutschig ist und die Temperaturen steigen.


Die beim Aufstieg noch angeregten Gespräche unter meinen Wanderkollegen werden weniger, jeder ist mit sich selbst beschäftigt und kämpft mit eigenen Kräften. Aber wir sind erprobte Wanderer und so schaffen es alle heil wieder zurück an die Basisstation. So endet unsere Tour nach 13 Stunden. Wir sind müde, aber glücklich und um eine Erfahrung reicher. 


Danke liebe Mitwanderer und Guide Hermann - we did it!!!


Zurück in meiner Unterkunft um 12.30 Uhr weiss ich, dass schlafen um diese Zeit keinen Sinn macht, sonst bin ich in der Nacht nicht mehr müde. Ich mache mit Bekannten zum Kaffee trinken ab. Danach gibt es nach 12 Stunden in denen ich nur Nüssen, Kekse und eine Bananen gegessen habe endlich wieder etwas Deftiges, natürlich ganz traditionell Reis mit Bohnen und Poulet. Und zum krönenden Abschluss gönne ich mir eine Kugel Eis, obwohl nicht Sonntag ist (mein cheat day = Dessert-Tag).


Um 21 Uhr falle ich müde ins Bett und schlafe bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr durch.


Eine Kugel Oreo-Eis in der Gelateria in Bajo Boquete ist meine Belohnung.

 
 
 

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